Die Träger und Unterstützer der KommDIGITALE haben den KommDIGITALE-AWARD für digitale Exzellenz gestiftet.
Der in drei Kategorien verliehene Award zeichnete öffentliche Projekte aus, die sich in besonderem Maße um die Digitalisierung der Verwaltung eingesetzt haben. Insgesamt 42 Projekte aus Gemeinden, Städten, Landkreisen, Ministerien und sonstigen Behörden haben sich um eine Auszeichnung im KommDIGITALE-Award beworben. Davon erhielten 21 Einreichungen das Siegel für ein exzellentes Projekt durch die Jury verliehen.
Die Jury hat bei ihrer Bewertung insbesondere den Fokus auf die Umsetzung des Digitalisierungsvorhabens und den daraus abgeleiteten Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger gesetzt. Alle Jury-Mitwirkenden äußerten im Rahmen der Preisverleihung, dass viele Entscheidungen äußerst knapp waren und die Qualität der umgesetzten Projekte im gesamten unglaublich hoch gewesen ist. Deshalb war die Jury auch dankbar, dass die letztendliche Entscheidung über die Platzierung durch ein Online-Voting getroffen wurde, für welches die Jury lediglich drei Finalisten in jeder Kategorie bestimmen musste.
Die Resonanz zu diesem Online-Voting war dabei sehr überraschend. Mehr als 3500 Stimmen wurden für die Finalisten abgegeben, welche Ihre Projekte auch im Rahmen des Kongressprogramms auf der Hauptbühne mitten im Messegeschehen in 20-minütigen Pitches präsentieren konnten.
Verliehen wurden die KommDIGITALE-Awards dann im feierlichen „Dinner for Digitals“ am 15. November mit mehr als 350 Gästen.
Beworben hat sich der Tourismus-Service Fehmarn mit dem WELCMpass, einer digitalen Lösung für Kurabgabe und Meldeschein.
Fehmarn ist ein Hotspot des norddeutschen Tourismus. Über 2,85 Millionen Übernachtungen fanden im Jahr 2021 in den 15.000 Hotel- und Ferienwohnungsbetten sowie auf den 18.000 Campingschlafgelegenheiten statt. Dabei fallen im sechstelligen Bereich Meldescheine an, welche zusätzlich zu den Meldungen und Berechnungen der Kurabgaben bearbeitet werden müssen.
Beworben hat sich Ebersdorf mit dem Kommunenfunk, einem modernen Informationssystem. Dabei werden die Informationen mittels Push-Nachricht direkt an die Smartphones der Abonnentinnen und Abonnenten gesendet, wobei diese wählen können, ob die Nachrichten bei Telegram oder Threema ankommen sollen oder alternativ auch als E-Mail. Besonders macht den Ebersdorfer Kommunenfunk darüber hinaus, dass individuell gewählt werden kann, über was und wie oft (sofort, täglich, wöchentlich) man informiert wird.
Beworben hat sich die Stadt Oerlinghausen mit der Digitalisierung des Auftragsmanagements im Fachbereich Bauhof.
Der Fachbereich Bauhof der Stadt Oerlinghausen ist verantwortlich für diverse handwerkliche und organisatorische Aufgaben rund um Gemeindeflächen, Straßen und Wege, Sport-/Spielplatzpflege, Denkmalpflege, Abfallentsorgung und vieles mehr. Bisher wurden anfallende Arbeiten mit Einsatzblättern händisch geplant und dokumentiert. Transparenz über Arbeitseinsätze waren oft nur durch telefonisches Nachfassen möglich. Das Vorgehen war gleichermaßen Zeit-, wie Fehleranfällig.
Beworben haben sich Seevetal und Tostedt mit der Einführung einer Software zur Beantragung, Genehmigung und Kontrolle von Aufgrabungen im öffentlichen Straßenraum. Viele hunderte Aufgrabungen im Jahr müssen die Verwaltungen bearbeiten, zum Beispiel wenn für Hausanschlüsse für Gas, Wasser oder Telefon „gegraben“ werden muss. Beantragt wird die Genehmigung durch Ver- und Entsorgungsunternehmen, Bauunternehmen sowie Privatpersonen ausschließlich über die Softwarelösung, wobei auch ein Nutzeraccount angelegt wird.
Mit dem neuen Sperrmüllassistenten können sich Bürgerinnen und Bürger einenTermine für die Abfuhr buchen und auch direkt online bezahlen. Im Zuge der Digitalisierung wurde dabei der Prozess, an welchem mehrere Fachämter beteiligt sind, im Detail betrachtet. So gibt es nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger einen Nutzen, sondern auch die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung profitieren davon.
Besonders macht das Projekt der Stadt Langenfeld, dass es in einem agilen Prozess umgesetzt wurde.
Beworben haben sich Springe und Achim gemeinsam mit dem Projekt zur Digitalisierung der Vergabe von Nutzungszeiten für die Sportstätten. Der vollständig digitalisierte Prozess bietet die Möglichkeit, vom Antrag durch die Vereine bis hin zur letztendlichen Vergabe der Nutzungszeiten alle Schritte im Rahmen einer browserbasierten Softwarelösung abzubilden.
Besonders macht das Projekt in Springe, dass es mit Blick auf alle Prozessbeteiligte entwickelt wurde. „Wir haben in der Analyse des Prozesses alle direkt Betroffenen von den Sportvereinen, über die Ämter bis hin zu den Hausmeistern berücksichtigt.“, erklärt Marcus Stieg, Chief Digital Officer (CDO) der Stadt Springe.
Beworben hat sich das Regierungspräsidium mit der Entwicklung eines Bewertungssystems für Projektförderanträge. Dieses wird für das Förderprogramm „Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein (ABH)“ der Europäischen Union benötigt. Ziele des Förderprogramms sind ein intelligenteres, grüneres und sozialeres Europa sowie bessere Verwaltungszusammenarbeit und Bürgerschaftliches Engagement. Das Gemeinsame elektronische Bewertungs-System (GeBS) bietet eine kollaborative Plattform für die im Förderprogramm involvierten Netzwerkstellen Baden-Württemberg, Vorarlberg, Ostschweiz und Bayern sowie die Informations- und Anlaufstelle Liechtenstein, um Skizzen und Anträge zu bewerten.
Beworben hat sich der Heidekreis mit der digitalen Vergabe von Impfterminen während der Corona-Pandemie.
Im Rahmen der Vergabeplattform konnten sich Bürgerinnen und Bürger Impftermine an unterschiedlichen Standorten im Heidekreis buchen. Dabei wurden auch bereits Daten erhoben, auf welche die Impfteams vor Ort zugreifen konnten. So wussten diese schon immer im Vorfeld, wie viel Personen kommen werden oder welcher Impfstoff benötigt wird.
Besonders macht das Projekt des Heidekreises, dass es innerhalb einer Woche umgesetzt wurde.
Beworben hat sich der Landkreis mit einer Vielzahl von Projekten aus seiner Digitalisierungs-Strategie. Bereits 2018 wurde, im Rahmen eines Kreistagsbeschlusses, eine Stabstelle Digitalisierung mit drei Stellen direkt bei der Dezernatsleitung angegliedert. Das Ziel der Stabstelle ist dabei klar definiert: Die Digitalisierung vorantreiben, dabei aber nicht nur die internen Prozesse im Fokus zu haben, sondern auch in den Landkreis zu blicken und sich zu fragen, wie digitale Methoden das Leben im Landkreis einfacher machen könnten.