Digitale Verwaltungsangebote werden häufig kanalweise aufgebaut: hier das Serviceportal, dort die App – dazwischen doppelte Pflege und inkonsistente Informationen. Die Stadt Solingen verfolgt deshalb einen anderen Ansatz: ein integriertes OZG-Ökosystem, das Inhalte zentral pflegt und über mehrere Ausgabekanäle konsistent bereitstellt. Ziel ist es, Informationen und Online-Services effizient zu steuern, mehrfach zu nutzen und bürgernah auszuspielen – webbasiert, mobil und im Stadtraum.
Grundlage des Solinger Ökosystems sind offene Standards, zentrale Datenhaltung und eine API-first-Architektur. Inhalte werden strukturiert und maschinenlesbar erfasst, sodass sie nicht für jeden Kanal neu erstellt werden müssen. Diese Datenbasis wird in einem Zusammenspiel aus hCMS, Serviceportal, App und digitalen Stelen genutzt. Dadurch lassen sich bestehende Systeme schneller anbinden und Erweiterungen modular umsetzen – ohne neue Insellösungen.
Das System ist darauf ausgelegt, Informationen kanalübergreifend auszuspielen: von der Webseite über mobile Anwendungen bis zu öffentlichen Stelen. Neben Online-Dienstleistungen bündelt Solingen auch weitere Inhalte, etwa Kriseninformationen, politische Informationen und Beiträge aus der Stadtgesellschaft. Automatisierte Prozesse reduzieren manuelle Pflegeaufwände und unterstützen eine konsistente Aktualität – ein wichtiger Hebel, wenn Ressourcen knapp sind und gleichzeitig die Erwartung an digitale Services steigt.
Innovativ ist weniger die einzelne Komponente als die konsequente Verknüpfung zu einer durchgängigen Architektur: Datenströme werden so organisiert, dass sie für unterschiedliche Medien wiederverwendbar sind. Das schafft Skalierbarkeit für wachsende Anforderungen und eröffnet Perspektiven für weitergehende, „smarte“ Anwendungen auf Basis der vorhandenen Datenstruktur. Der Ansatz ist grundsätzlich auf andere Kommunen übertragbar, insbesondere wenn bereits Digitalinfrastruktur vorhanden ist. Voraussetzungen sind offene Schnittstellen, zentrale Datenstrukturen und entsprechende IT-Ressourcen.
Solingen zeigt damit, wie sich OZG-Umsetzung, Informationsversorgung und Smart-City-Denken verbinden lassen: mit einem modularen Ökosystem, das Verwaltungskommunikation und Online-Services strukturiert bündelt – und bürgernah über viele Kanäle verfügbar macht.
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