Landkreis Uckermark – LISA: Barrierefreier Bürgerservice ohne lange Wege

In Flächenlandkreisen sind viele Leistungen zentralisiert – für Bürgerinnen und Bürger mit eingeschränkter Mobilität oder ohne Technikzugang wird der Weg zur Beratung schnell zur Hürde. Der Landkreis Uckermark begegnet dieser Herausforderung mit dem Digitalen Bürgerservice „LISA“ (Leistungs-, Informations- und Serviceangebot). Ziel ist ein wohnortnaher, barrierearmer Zugang zu Verwaltungs- und Sozialleistungen, der persönliche Beratung ermöglicht, ohne dass private Endgeräte oder digitale Vorkenntnisse nötig sind.

Digitale Bürgerbüros als Brücke vor Ort

Herzstück von LISA sind stationäre digitale Bürgerbüros („Cubes“) an sieben Standorten im Landkreis. Beim Betreten wird automatisch eine datenschutzgesicherte Video-Ton-Verbindung zu zuständigen Mitarbeitenden hergestellt. Die Räume sind so ausgestattet, dass Beratung und Antragsbearbeitung vollständig vor Ort möglich werden: Monitore, Dokumentenkamera, Unterschriften-Pad, NFC-Schnittstelle und weitere fest verbaute Komponenten unterstützen das gemeinsame Ausfüllen, Kopieren und Einreichen von Unterlagen – inklusive rechtsverbindlicher Unterschrift.

Leistungen bündeln, Hürden senken

Über LISA werden unterschiedliche Angebote gebündelt, unter anderem durch Sozialamt, Jugendamt, Versicherungsamt, Pflegestützpunkt sowie die AOK Nordost. Damit entsteht ein Zugang, der „Mensch zu Mensch“ funktioniert – nur ohne physischen Behördengang. Die konsequente Niedrigschwelligkeit ist dabei zentral: Da die Technik bereitgestellt wird und die Verbindung automatisch startet, können auch Menschen ohne eigenes Smartphone oder PC die Services nutzen.

Konsequent barrierefrei und ausbaubar

Besonders ist die Ausrichtung auf diskriminierungsfreie digitale Teilhabe. LISA ist barrierefrei gestaltet – mit anpassbarer Schriftgröße und Lautstärke, einfacher Sprache, robusten Einbauten und persönlicher Unterstützung. Begleitend bindet der Landkreis Kommunen, Seniorenbeiräte und weitere Partner ein, um Zugänge zu erklären und digitale Kompetenzen niedrigschwellig zu stärken.

Der Ausbau ist bereits geplant: 2026 soll ein achter Standort eröffnen, weitere Standorte werden geprüft. Zudem laufen Gespräche mit zusätzlichen Partnern wie einer weiteren Krankenkasse, der Verbraucherzentrale und Bundesbehörden. Auch neue Angebote – etwa eine Anlaufstelle für Nachbarschaftshilfe sowie weitere digitale Verwaltungsleistungen – sind vorgesehen. Uckermark zeigt damit, wie digitale Verwaltung im ländlichen Raum gelingen kann: wohnortnah, persönlich und barrierefrei.

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